Nourida Ateshi ist eine Freiheitssonne postmoderner Frauenpoesie aus Aserbaidschan. Sie steht in einer Reihe mit den großen Dichterinnen Mehseti (Aserbaidschan), Natavan (Aserbaidschan), Ana Achmatova (Russland), Foruck Farruchzadeh (Iran) und Sapfo (Griechenland). Im Jahr 1980 wurde der aserbaidschanischen Literatur ein neuer Name gegeben: Nourida. Ihre Ateshi (Flamme) versuchte die ungeschriebenen Gesetze der Gesellschaft in ihr zu wĂŒrgen. In der Zeitung „Literatur“ und in der Zeitschrift „Aserbaidschanische Frauen“ wurden Gedichte von ihr veröffentlicht und sofort nach dem Erscheinen verboten („Was wĂŒrdest du mit mir tun“ und so wie „Mein kalter Körper ist fĂŒr ihn, Mein brennendes Herz ist fĂŒr uns bestimmt“). Mit solchen mutigen Gedichten ĂŒberraschte und erschreckte sie die Leser. Elemente wie Mut, Kampf und Erotik wurden erst durch Nourida in die aserbaidschanische Frauendichtung eingebracht. Viele namhafte Dichter des Landes schĂ€tzten und verinnerlichten ihre Gedichte. Allerdings mussten sie vor Nourida eine Mauer bauen, weil diese Gedichte nicht veröffentlicht werden durften. Welche aserbaidschanische Dichterin hĂ€tte aber bis jetzt solche poetischen Metaphern erschaffen können? Welche Frau? Bitte – zeigen sie diese! Warum verleugnen wir immer noch – bis heute – den von ihr geöffneten Weg? Warum gestehen und gönnen wir ihr ihren Sieg nicht? Warum können wir ihrem großen Mut nicht einen kleinen Mut – unseren – Mut entgegensetzen? Vielleicht, weil wir ihr den Sieg nicht gönnen? Das Buch „Komm lass uns sĂŒndigen“ ist eine Schule moderner Frauendichtung. Es wird sicher fĂŒr die jĂŒngeren Dichter ein Vorbild sein und in der literarischen Welt ein Platz bekommen. Wenn nicht heute, dann Morgen. Wenn nicht morgen, dann nach ein paar Jahren, oder vielleicht nach hundert Jahren. Aber es wird diesen ihm gebĂŒhrenden Platz bekommen.

„525 ci qezet“ August-Baku 2006


Vielleicht ist die aserbaidschanische Gesellschaft noch nicht bereit Nourida Ateshi zu akzeptieren. Wir beabsichtigen nicht den Lesern den Weg zu zeigen. Wir raten den Lesern, denkend zu lesen und sich mit einer Beurteilung Zeit zu lassen. „Sharg“ Juli -Baku 2003